1. Tag der Sicherheit feiert Premiere

Die Feuerwehr Edingen-Neckarhausen hat den 1. Tag der Sicherheit in der 40-jährigen Gemeindegeschichte veranstaltet. Am Sonntag, 7. Juni, waren dazu Bürgerinnen und Bürger aller drei Ortsteile in die Pestalozzi-Schule nach Edingen eingeladen, wo sie ein vielfältiges Angebot erwartete.

Lob für Innovation

Kommandant Stephan Zimmer und Bürgermeister Roland Marsch eröffneten die Veranstaltung, bei der auch Mitglieder aller Gemeinderatsfraktionen zahlreich vertreten waren.  In seiner Rede lobte Marsch die Innovation, die von dem Tag der Sicherheit ausginge, den alle Hilfsorganisationen unter der Federführung der Feuerwehr veranstalteten. Unter den Gästen befand sich auch der Landtagsabgeordnete Georg Wacker (CDU), der in seinen Grußworten die Bedeutung des Ehrenamts für die Gesellschaft herausstellte. Von der Kooperation der Organisationen untereinander zeigte sich auch sein Parteikollege, der Bundestagsabgeordnete Dr. Karl A. Lamers beeindruckt, der den Tag der Sicherheit am Nachmittag besuchte. Bei einem gemeinsamen Rundgang erläuterte Kommandant Zimmer den offiziellen Gästen die verschiedenen Angebote.

Besuchermagnet Fahrradcodierung

Noch bevor der Polizeiposten Edingen seine Station zur Codierung von Fahrrädern in Betrieb nahm, hatte sich eine lange Schlange von Radbesitzern gebildet, die ihre Zweiräder mit einer individuellen Zahlen-Buchstaben-Kombination als „Fingerabdruck“ gravieren lassen wollten. Die Schlange wuchs im Lauf des Tages noch weiter, manche Gäste warteten sogar bis zu zwei Stunden, bis sie an der Reihe waren. Insgesamt wurden 105 Räder von der Polizei codiert – laut den Beamten ein Spitzenwert, der bei vergleichbaren Aktionen nur selten erreicht werde.

Umfassendes Informationsangebot

Die Macher des Tags der Sicherheit hatten bei der Zusammenstellung des Angebotes auf ein möglichst abwechslungsreiches und vielseitiges Angebot für unterschiedliche Zielgruppen geachtet. Im Infomobil der Polizei konnten sich die Besucher über wirksame Möglichkeiten des Einbruchschutzes informieren. Dieses Angebot traf offenbar das Interesse vieler Wohnungs- und Hausbesitzer, von denen einige noch weitere Beratungstermine vor Ort vereinbarten.

Über das richtige Verhalten in medizinischen Notfällen informierten die Johanniter aus Mannheim. An ihrer Station demonstrierten sie den Einsatz eines automatisierten Defibrillators, der bei einer Wiederbelebung auch durch Laien eingesetzt werden kann. Von diesen Geräten gibt es mehrere in der Gemeinde; auch die Feuerwehr Edingen-Neckarhausen verfügt über zwei dieser Lebensretter. Schnell vermittelten die Sanitäter den Besuchern, dass ein Einsatz solcher Geräte auch durch ungeübte Laien möglich ist und dem Patienten nicht schaden kann.

Das Angebot wurde durch eine große Fahrzeugausstellung mit Informations- und Mitmachständen abgerundet. Der DRK-Ortsverein Edingen, die Schnelleinsatzgruppe der Johanniter und die THW-Ortsverbände aus Mannheim und Ladenburg stellten ihre Gerätschaften aus und beantworteten die Fragen der Besucher.

Spannende Vorführungen

Auf einer Aktionsfläche im Schulhof demonstrierten Feuerwehrleute das Vorgehen im brennenden Haus: Geduckt, im sogenannten Seitkriechgang, bewegen sie sich bei absoluter Nullsicht vorwärts. Hindernisse, Stufen oder andere Gefahren ertasten sie mit dem Fuß. Ihre einzige Rückzugssicherung ist der Schlauch, den ein Trupp in solchen Situationen immer dabei hat. Gefährlich kann es werden, wenn Rauchgase schlagartig mit frischer Luft vermischt werden – etwa durch das Öffnen einer Tür. Dabei können sie durchzünden, eine Feuerwalze mit mehreren hundert bis tausend Grad rollt über die Köpfe der Feuerwehrleute hinweg. Dies wurde durch eine Fettexplosion simuliert, vor deren Flamme sich die Feuerwehrleute mit einer gezielten Wasserabgabe schützen können.

Eindrucksvoll war auch eine weitere Vorführung, die zeigte, welche Energie noch in leeren Sprühdosen stecken kann. Werden sie Hitze ausgesetzt, explodieren sie schon nach kurzer Zeit mit einem lauten Knall. Eine scheinbar harmlose Deo-Dose kann so für Feuerwehrleute bei einem Brand zum ernsthaften Problem werden.

Angebote der Jugendfeuerwehr

Für die jüngsten Besucher hatte die Jugendfeuerwehr mehrere Spiel- und Spaßstationen aufgebaut. Die Kinder konnten am Brandhaus einmal selbst zum Feuerwehrmann werden, sich beim Kinderschminken kunstvoll bemalen lassen oder einfach auf der Hüpfburg des Arbeiter-Samariter-Bundes aus Mannheim herumtoben. Rekordverdächtig war das Kistenklettern: Ganze 23 Kästen stapelte und erklomm Katy, ehe der Turm zusammenbrach und Katy vom Klettergeschirr sicher aufgefangen und sanft zu Boden gelassen wurde.

Wie man Bränden vorbeugt, sie löscht und sich auch sonst sicher verhält, lernten die jungen Besucher bei den angebotenen Brandschutzerziehungen. Hier zeigten die Jugendleiter der Jugendfeuerwehr Ausschnitte aus ihrem Brandschutzunterricht, den sie sonst an Grundschulen durchführen. Die spannenden Experimente bleiben den Kindern und Jugendlichen sicher lange im Gedächtnis.

Kulinarische Angebote

Wer bei Temperaturen um 30 Grad den Durst löschen wollte oder durch die vielen Mitmachangebote Hunger bekommen hatte, fand auf der Speise- und Getränkekarte der Feuerwehr Abhilfe. Viele Besucher nutzten den Tag der Sicherheit, um die eigene Küche kalt zu lassen und stattdessen bei der Feuerwehr Gyros mit Tsatsiki, Hamburger oder einen deftigen Florianseintopf zu essen. Zum Nachtisch hatten die Edinger Landfrauen Kuchen gespendet, die am Ende des Tages ebenfalls restlos ausverkauft waren.

Ab sofort jährlich in der Gemeinde

Am Ende des Tages zeigten sich die Kommandanten Stephan Zimmer und Michael Berger zufrieden mit der Pilotveranstaltung. Die Zusammenarbeit zwischen den Hilfsorganisationen habe sehr gut funktioniert. Über 60 Angehörige der Feuerwehr und der Jugendfeuerwehr haben am 1. Tag der Sicherheit mitgewirkt, weitere Unterstützung gab es von Freunden, Familienangehörigen und örtlichen Betrieben. Auch von den Besuchern gab es viel positives Feedback: „Hut ab, der 1. Tag der Sicherheit war super für alt und jung. Ein großes Lob auch von meinen Kindern, die waren total happy!“, schreibt etwa Nutzerin Heike auf der Facebook-Seite der Feuerwehr.

Nach der Pilotveranstaltung im Jubiläumsjahr 2015 steht schon fest, dass der Tag der Sicherheit nun jährlich in der Gemeinde stattfinden soll, und zwar im jährlichen Wechsel zwischen den Ortsteilen. Für die Veranstaltung 2016 in Neckarhausen wird der Tag der Sicherheit noch einmal intern evaluiert, um weitere Verbesserungsmöglichkeiten auszuloten. Die Stimmung bei den Feuerwehrangehörigen war am Ende des Tages jedenfalls schon jetzt gut – hat man doch gemeinsam etwas Neues für die Sicherheit in der Gemeinde geschaffen.

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Bilder mit freundlicher Genehmigung von Marcus Schwetasch.