Bericht über Atemschutznotfall

In der Nachbereitung des Wohnungsbrandes in Neckarhausen, bei dem in der letzten Woche ein Mensch ums Leben gekommen ist, berichtet der verletzte Feuerwehrmann auf der Fach-Homepage www.atemschutznotfaelle.eu über den Zwischenfall:

Es befanden sich zwei Trupps unter Atemschutz in der Brandwohnung. Der Trupp aus der Abteilung Edingen hat die Person gefunden und uns benachrichtigt. Mein Truppmann und ich bewegten uns in Richtung, aus der wir die Handscheinwerfer und Helmlampen schemenhaft erkennen konnten aber auch die Kameraden hörten. Bei der Person angekommen versuchten wir diese zunächst aufzuheben, was und aber nicht sofort gelang. Ich versuchte die Beine der verletzten Person zu tragen, was jedoch nicht geling. Nach diversen weiteren Versuchen und Stellungswechseln verfing sich der Schlauch meines Lungenautomaten unglücklicherweise irgendwo. Ich kann leider nicht mehr sagen wo dies passiert ist. Beim erneuten Aufstehen spannte sich letztendlich der Schlauch und riss mir somit die Maske vom Gesicht. Beim Versuch die Maske wieder zurecht zuschieben, klappte diese seitlich ein, oder meine Flammschutzhaube rutschte zwischen Maske und Gesicht. Sie war auf jeden Fall nicht mehr abzudichten. Ich gab sofort meinem Truppmann sowie dem anderen Trupp Bescheid und verließ schnellstmöglich den verrauchten Bereich. Bis ich diesen jedoch verlassen konnte, atmete ich schon Rauch und damit verbundene Rauchgase ein. Noch im Brandraum bekam ich heftige Hustenattacken. Da ich nach Verlassen des Gebäudes wohl nicht mehr sicher auf eigenen Beinen stehen konnte wurde ich zu einem RTW gebracht, welcher mich schließlich direkt in eine städtische Klinik fuhr. Dort stellte man dann eine Rauchgasvergiftung und Rußablagerungen in der Lunge fest. Ich musste zur Überwachung ca. 30 Stunden im Krankenhaus bleiben.

Quelle: http://www.atemschutzunfaelle.eu/unfaelle/de/2013/u20130204-neckarshausen.html

Über den Vorfall berichtet auch retter.tv: http://www.retter.tv/de/feuerwehr.html?ereig=-Feuerwehrmann-bei-Einsatz-verletzt-weil-die-Atemschutzmaske-verrutschte-&ereignis=17053

Ein offener und transparenter Umgang mit dem Thema Atemschutznotfälle bei Führung und Mannschaft kann helfen, solche in Zukunft zu vermeiden.