Dramatischer Paralleleinsatz: Feuerwehr Edingen-Neckarhausen als Lebensretter

Eine Hauptaufgabe der Feuerwehr ist es, Leben zu retten und zu schützen. Dass die Feuerwehr Edingen-Neckarhausen dazu in der Lage ist, hat sie am Montagmorgen, 14. Juli, erneut bewiesen.

Zunächst wurden die Feuerwehrleute um kurz nach 9 Uhr zu einer Türöffnung in der Kuhgasse in Edingen alarmiert – für die Helfer ein Routinefall. Da der Alarm tagsüber einging, wurden beide Abteilungen gleichzeitig alarmiert. Doch was dann folgte, war eher abseits der Norm: Auf der Rettungsleitstelle in Ladenburg (wo der zuständige Disponent zufällig auch Edinger Feuerwehrmann ist) ging ein Notruf aus der Gartenstraße ein: Eine Person ist kollabiert, antwortet nicht auf Ansprache, hat einen Kreislaufstillstand. Sofort startet der Disponent eine telefongeleitete Reanimation und sagt den Ersthelfern, was zu tun ist. Parallel dazu reagieren die Feuerwehrleute in der Doppelgemeinde dynamisch: Die Abteilung Neckarhausen übernimmt die Einsatzstelle in der Kuhgasse, die Kameraden aus Edingen eilen zum reanimationspflichtigen Patienten, der nur wenige Häuser vom Gerätehaus entfernt liegt.

Das Rettungsteam aus Edingen, darunter Feuerwehrleute mit rettungsdienstlicher Fachqualifikation, hat einen Defibrillator und weiteres medizinisches Equipment dabei. An der Einsatzstelle übernehmen sie die Reanimationsmaßnahmen, verabreichen Sauerstoff und schließen den Defibrillator an, ein Schock ist jedoch nicht indiziert. Die Reanimation läuft immer noch, als ein Rettungswagen und ein Notarzt eintreffen.

Unterdessen ist die Tür in der Kuhgasse geöffnet, auch hier wird medizinische Hilfe benötigt. Die Feuerwehrleute betreuen die Person in der Wohnung ebenfalls bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes. Die Besatzung des Drehleiterfahrzeuges unterstützt die Rettungsarbeiten, löst sich dann aber aus dem Einsatz, denn das Fahrzeug wird erneut in der Gartenstraße benötigt, um den Patienten aus der Wohnung sicher auf die Straße zu bringen. Die Drehleiter der Feuerwehr Ilvesheim, die zwischenzeitlich angefordert wurde, kann wieder abdrehen.

Dem gesamten Team aus Feuerwehr und Rettungsfachpersonal ist es in der Gartenstraße gelungen, den Patienten zurückzuholen. Sein Herz schlägt, doch er schwebt weiter in Lebensgefahr. Die Helfer arbeiten Hand in Hand, die Rettung mit der Drehleiter läuft zügig. Der Patient wird in ein Krankenhaus eingeliefert; sein Zustand ist immer noch kritisch.

„Die Mannschaft hat heute mal wieder bewiesen, dass sie sich dynamischen Einsatzlagen anpassen kann“, lobte Kommandant Stephan Zimmer nach dem Einsatz seine Leute. Beiden Patienten wünsche die Mannschaft der Feuerwehr alles Gute und drücke die Daumen. Positives Feedback kam auch von den Profis des Rettungsdienstes: „Die Feuerwehrleute haben schnell und richtig gehandelt. Ohne Ihr Eingreifen hätte der Patient sicherlich schlechtere Chancen gehabt“, sagte Rettungsassistentin Alexandra Kobe nach dem Einsatz.

Für die Feuerwehr Edingen-Neckarhausen war es bereits die zweite Reanimation in diesem Jahr. Bereits im April hatten Feuerwehrleute der Abteilung Neckarhausen einem jungen Mann das Leben gerettet, indem sie einen Automatisierten Externen Defibrillator (AED) einsetzten. Beide Einsätze werden ausgewertet und im Rahmen eines Reanimationstrainings in den Abteilungen nachbesprochen – damit die Freiwilligen der Feuerwehr Edingen-Neckarhausen auch in Zukunft schnell und sicher zur Stelle sind, wenn Leben in Gefahr sind.