Sie helfen den Helfern: Feuerwehrseelsorgeteam an Übungsabend vorgestellt

Manche Einsätze vergisst man nicht. Und manche Einsätze brennen sich förmlich ein; Bilder, Geräusche, Gerüche, die immer wieder auftauchen. Vieles kann ein Mensch selbst verarbeiten und abfangen, gerade wenn er von Kameradinnen und Kameraden unterstützt wird und mit ihnen über das Erlebte reden kann – manches eben auch nicht. Genau dann kommt das Feuerwehr-Seelsorgeteam (FST) des Rhein-Neckar-Kreises zum Einsatz, das dessen Leiter Thomas Eisermann beim Übungsabend am 16.11.2012 im Gerätehaus Edingen vorstellte.

Vor über 20 interessierten Feuerwehrleuten beider Abteilungen erläuterte er die Organisation und die Aufgaben des Teams, das mit 40 Personen im Kreis rein ehrenamtlich arbeitet. Es könne von jedem Feuerwehr-Einsatzleiter zur Betreuung Betroffener genauso wie zur Betreuung eigener Einsatzkräfte herangezogen werden. Knapp 160 mal im Jahr werde das Team aktiv, das sich durch die interdisziplinäre Zusammensetzung aus Theologen, Psychologen, Medizinern, Polizisten und Feuerwehrleuten auszeichne. Zum Einsatz kommen immer 2 Mitglieder.

Die Betreuung vor Ort fange bereits mit dem Verhalten der Einsatzkräfte an: Wie geht man auf eine betroffene Person zu? Stellt man sich vor? Schirmt man die Person ab und vermittelt ihr das Gefühl von Sicherheit und professioneller Hilfe? Das Team kann nun mit Gesprächen oder viel Zeit einfach soziale Unterstützung anbieten. Einige Mitglieder mit therapeutischer Ausbildung können bei Bedarf psychosoziale Unterstützung leisten, im schlimmsten Fall auch professionelle Hilfe über das Traumanetzwerk Heidelberg in kürzester Zeit organisieren.

Der Vortrag ermutigte die Feuerwehrleute, über mögliche belastende Einsätze zu diskutieren und das eigene Verhalten unter Stress zu reflektieren. Auch wenn wir es hoffentlich nie brauchen werden: Es ist gut zu wissen, dass es das Feuerwehrseelsorgeteam gibt.