„Wer einen Menschen rettet, rettet die ganze Welt“: Jahreshauptversammlung 2015

„Willkommen zum Triple“, begrüßte Kommandant Stephan Zimmer die zahlreichen Anwesenden bei der Jahreshauptversammlung 2015 im Edinger Gerätehaus. Das „Triple“ aus beiden Abteilungsversammlungen und der gemeinsamen Jahreshauptversammlung fand am Freitag, 23.01.2015, zum zweiten Mal statt. Mit der Zusammenlegung im Vorjahr wollte die Feuerwehr vor allem Sitzungszeit und Aufwand sparen – ein Trend, der sich auch 2015 fortsetzte.

„Kurzer Prozess“ bei den Abteilungsversammlungen

Nach nicht einmal fünfzehn Minuten waren die Versammlungen der Abteilungen formal abgehandelt. Die Abteilungskommandanten Michael Berger (Edingen) und Stephan Zimmer (Neckarhausen) führten eine beeindruckende Zahl von ehrenamtlich geleisteten Arbeits- und Einsatzstunden auf, die von den Feuerwehrleuten im vergangenen Jahr geleistet wurden. „Fast jeden zweiten Tag haben wir mit oder bei der Feuerwehr verbracht“, resümierte Michael Berger in seinem Bericht. Den beiden Kassierern Nicole Wetzel (Edingen) und Patrick Aust (Neckarhausen) wurden nach ihren Berichten eine vorbildliche Kassenführung bescheinigt und beide von der Versammlung einstimmig entlastet.

Besondere Einsatzsituation bei Menschenrettung

Deutlich mehr Zeit nahm der gemeinsame Teil der Jahreshauptversammlung ein: Kommandant Stephan Zimmer berichtete über markante Einsätze, die die Wehr im letzten Jahr zu bewältigen hatte. Im Gedächtnis vieler Feuerwehrleute sicherlich der Einsatz vom April 2014 geblieben, als gleich mehrere glückliche Zufälle dazu führten, dass die Feuerwehr das Leben eines 28-Jährigen in Neckarhausen retten konnte. Ein emotionaler Moment entstand, als Zimmer einen Brief, den er danach an seine Mannschaft geschrieben hatte, erneut verlas. Zimmer hatte den Teil der Präsentation mit dem Koran-Zitat „Wer einen Menschen rettet, rettet die ganze Welt“ (5:32) übertitelt – nicht nur, um aktuelle gesellschaftliche Themen aufzugreifen. Besonders passend sei dieses Zitat, weil der Patient selbst muslimischen Glaubens ist. Dem jungen Mann ginge es inzwischen wieder gut, so Zimmer weiter, doch ohne die Hilfe der Feuerwehr hätte er wohl nicht überlebt. Dieser und weitere Rettungseinsätze habe gezeigt, dass die Anschaffung von Defibrillatoren und die entsprechende Ausbildung der Mannschaft zeitgemäß und im genau richtigen Zeitpunkt geschehen sei.

Feuerwehr fordert Fortschritt bei Hilfeleistungszentrum und Bootseinsetzstelle

Zweiter Einsatzschwerpunkt im Jahr 2014 bildeten Unwettereinsätze, die nur mit großem logistischen Aufwand und mit der Hilfe von Feuerwehren der Nachbargemeinden bewältigt werden konnten. Bei der Einrichtung einer gemeinsamen Einsatzleitung sei die Feuerwehr jedoch an logistische Grenzen gestoßen, weshalb Zimmer die anwesenden Gemeinderäte und Mitglieder der Verwaltung eindringlich bat, das Projekt „Hilfeleistungszentrum“ zügig voranzutreiben. Auch die geforderte Einsetzstelle für das Mehrzweckboot der Feuerwehr solle nicht auf die lange Bank geschoben werden. Einsätze zur Personensuche am Neckar hätten deren Notwendigkeit ebenfalls bewiesen.

Bericht der Jugendfeuerwehr

Viel Positives gab es von der Jugendfeuerwehr zu vermelden. Stefan Bordne, stellvertretender Jugendwart aus Edingen und Sascha Hirsch, Jugendwart in Neckarhausen berichteten über die Aktionen und Ausflüge der Jugendfeuerwehr im Jahr 2014. Zu den Highlights zählten das Bundeszeltlager, Ausflüge ins Schwimmbad und die SAP-Arena und die Floriansklause an der Edinger Kerwe. Durch die als Beweismaterial mitgelieferten Fotos wurde klar, dass bei der Jugendfeuerwehr nicht die technische Ausbildung, sondern ganz klar der Spaß und die Freude an der Gemeinschaft im Mittelpunkt stehen. Den Trend, jedes Jahr neue Mitglieder aufzunehmen, konnten die beiden Abteilungen auch 2014 fortsetzen.

Entlastung des Kommandos, Beförderungen und Auszeichnungen

Nach den Berichten beantragte Volker Rausch die Entlastung des Kommandos, die durch die Versammlung auch ausgesprochen wurde. Im Anschluss beförderten Kommandant Stephan Zimmer und sein Stellvertreter Michael Berger einige aktive Feuerwehrleute, die entweder einen weiterführenden Lehrgang absolviert hatten oder durch entsprechende Erfahrung im Rang aufstiegen. Besondere Erwähnung fanden Feuerwehrkameraden beider Abteilungen, die im Jahr 2014 an allen Übungen und Diensten teilgenommen hatten. Mit einem kleinen Präsent wurden diejenigen bedacht, die sich als Ausbilder beim Bootsführerschein, als Atemschutzgerätewarte und im Beschaffungsteam der Drehleiter besonders eingebracht hatten.

Schläfer: „Wir tun unser Bestes für die Feuerwehr“

Zum Abschluss der Versammlung überbrachte Markus Schläfer, CDU-Gemeinderat und erster Bürgermeister-Stellvertreter, die Grüße des Bürgermeisters Roland Marsch. „Nicht selbstverständlich“ sei es, dass sich Menschen ehrenamtlich engagierten. Das Spektrum der Feuerwehr Edingen-Neckarhausen sei viel größer als nur Brände zu löschen, zeigte er sich über das Engagement der Freiwilligen erfreut. Die Feuerwehr habe die volle Unterstützung des Gemeinderates und der Verwaltung, die ihr Bestes täten, um Projekte wie das Hilfeleistungszentrum im gegebenen Rahmen voranzubringen. Mit Blick auf die Jugendfeuerwehr lobte er: „Gewinnen Sie noch mehr Jugendliche“, denn wer schon als Jugendlicher bei der Feuerwehr sei, der bleibe es hoffentlich sein ganzes Leben lang.

B-Teil nach einer Stunde

Kommandant Zimmer schloss den offiziellen Teil nach gut einer Stunde und bedankte sich bei den Anwesenden für den konstruktiven Verlauf. Die Versammlung endete nach einem Pressefoto und einem gemeinsamen Imbiss.

Bild mit freundlicher Genehmigung von „Was gibt’s Neues in Edingen?
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